Über dieses Blog

Wozu ein Weblog? Am Anfang stand die Idee, dass es zu jedem Buch eine Begleitseite im Internet geben müsste, um unabhängig von einer Neuauflage eine gewisse Aktualität zu gewährleisten. Nachdem 2007 »Recht anschaulich« (Mitautor Stefan Ulbrich) erschienen war, hatte mir der Verleger Herbert von Halem zu diesem Zweck ein Blog gleichen Namens eingerichtet, den ich aber eingestellt habe, nachdem erfuhr, dass der Mitautor an einer Neuauflage des Buches nicht mehr mitwirken konnte. Sobald ich gelernt hatte, wie ein Blog funktioniert, habe ich Rsozblog installiert. Rsozblog war dazu gedacht, die Neubearbeitung meiner alten »Rechtsoziologie« von 1987 zu begleiten. Damals hoffte ich noch, die neue »Rechtssoziologie« in absehbarer Zeit vorlegen zu können.

Die Neubearbeitung der alten »Rechtssoziologie« hat sich als unendliche Geschichte erwiesen. Einige Teile stehen inzwischen als Rechtssoziologie-Online.de im Netz. Umso wichtiger ist damit für mich Rsozblog als Notizbuch und Materialsammlung für die Rechtsoziologie und ihre Nachbardisziplinen geworden.

Beim Bloggen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich unter dem Druck, möglichst regelmäßig zu schreiben, das Feld aufmerksamer beobachte als zuvor und dabei manches (für mich) Neue entdecke. Die andere Erfahrung ist, dass die Publikationsform des Blogs mich dazu herausfordert, Beobachtungen und Gedanken festzuhalten, die noch nicht im wahren Sinne des Wortes druckreif sind. Ob sie lesenswert sind, müssen andere beurteilen. Für mich ist wichtig, dass andere sie lesen könnten, denn das ist ein sanfter Zwang, im Blick auf das Urteil anderer auszuwählen und zu formulieren.

Natürlich verbindet sich mit einem Blog auch die Hoffnung auf eine Diskussion mit den Lesern. Aber die ist  bei Rsozblog weitgehend enttäuscht worden ist. Ich darf mich nicht beschweren, denn ich schreibe selbst grundsätzlich keine Kommentare in fremden Medien. Immerhin wird Rsozblog inzwischen in der wissenschaftlichen Literatur zitiert.

Rsozblog ist jetzt zehn Jahre alt. Da ist man im Internetzeitalter den Kinderschuhen entwachsen. In dieser Zeit hat sich das Wissenschaftsblogging mehr und mehr institutionalisiert. Praktisch alle einschlägigen Blogs sind unter das Dach von größeren Organisationen gekrochen und werden als Gemeinschaftsblogs betrieben. Ich fühle mich bisher noch als Einzelkämpfer wohl, bin aber offen, falls jemand als Mitautor einsteigen wollte. Noch einmal zehn Jahre werde ich nicht durchhalten.

 

Bochum im Juli 2018

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