Von der Dunbar-Zahl zur Geburtstags-Nummer

Als wir vor langer Zeit nach Bochum übersiedelten, fiel uns auf, dass im Ruhr-Gebiet viele in größerer Runde, als wir sie gewohnt waren, ihren 40. Geburtstag feierten. (Es dauerte, bis wir merkten, dass das jetzt auch unser Alter war.) Heute kommen wir von der (wunderbaren) Feier eines 70. Geburtstages nach Hause. In diesem Jahr war es der fünfte in der Preisklasse zwischen 70 und 80, zu dem wir eingeladen waren. Und jedes Mal lag die Zahl der Gäste zwischen 70 und 80. Da drängt sich doch die Frage nach einer Gesetzmäßigkeit auf. Es bietet sich eine Ableitung von der Dunbar-Zahl an. Die besagt, dass die Evolution den Menschen so ausgestattet habe, dass er nur – was heißt hier »nur«? – zu etwa 150 anderen persönliche Beziehungen unterhalten könne.1 Die gesuchte Gesetzmäßigkeit geht anscheinend dahin, dass »große« persönliche Jubiläen, soziale, physische und monetäre Gesundheit vorausgesetzt, mit der halben Dunbar-Crowd gefeiert werden. Ich bin sicher, dass die BBN (Big Birthday Number) keinen Eingang in die soziologische Literatur finden wird. Deshalb habe ich sie hier festgehalten.

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  1. Robin I. M. Dunbar, Coevolution of Neocortical Size, Group Size and Language in Humans, Behavioral and Brain Sciences 16, 1993, 681-735. 

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