»Recht anschaulich« in New York

Aus dem Feuilleton der Heimlichen Juristenzeitung springt mir heute ein Bild ins Auge, das den Lesern von Rsozblog bekannt vorkommen wird, das Titelbild des Law-Comic »Bound by Law« von Keith Aoki, James Boyle und Jennifer Jenkins.  Um das Bild herum steht der Bericht von Miloš Vec über eine Ausstellung »Law‘s Picture Books: The Yale Law Library Collection« in New York.[1] Parallel dazu gibt es wohl eine weitere Austellung »Around the World with Law’s Picture Books« in der Law Library der Yale Law School selbst, die sich vor allem Exponaten aus anderen Ländern widmet.[2] Die beiden Ausstellungsmacher Michael Widener und Mark S Winer haben einen Katalog verfasst, der bei Talbot Publishing erschienen ist und für 39,95 $ angeboten wird.

So neu und aufregend scheint mir das alles nicht zu sein. Es geht bei den Austellungen wohl eher um ein museales Event, das seine Qualität durch die Kompetenz der Ausstellungsmacher bezieht, die sich auf einen reichen institutionellen Hintergrund stützen können. Der Bilderhype im Recht[3] hat sich wohl erschöpft. Der DTV Bild-Atlas Recht von Eric Hilgendorf, der zu den Ausstellungsstücken gehört, einst ein viel versprechendes Pionierwerk, hat keine Schule gemacht. Das gedruckte Bild ist von gestern. Der visual turn scheint durch den digital turn überholt worden zu sein. Auf dem Bildschirm ist alles Bild. Aber was das genau bedeutet, vermag ich nicht zu erkennen.

_______________________________________________________

[1] Unser Recht soll schöner werden, FAZ Nr. 237 vom 12. Oktober 2017 S. 14 (anscheinend nicht frei im Internet).

[2] Einige Details erfährt man aus einem Posting des Bibliohekars Mike Widener, der die Ausstellung Mark S. Weiner besorgt hat, sowie in einem Posting auf dem Legal History Blog.

[3] Den ich selbst mit einem Projekt zur visuellen Rechtskommunikation mit angeheizt hatte.

Print Friendly, PDF & Email

Related Posts:

Tags: , , , ,

Eine Stellungnahme zu “»Recht anschaulich« in New York”:


  1. Oliver Schulthoff sagt:

    DTV-Atlanten haben mich durch meine jungen und mittleren Jahre begleitet. Sie haben damals nur keine Bedeutung über meine innere Freude hinaus erlangt. Als dann jedoch der Künstler Jim Avignon sein Buch “Welt und Wissen” im Stil der DTV-Atlanten herausbrachte (http://www.verbrecherverlag.de/buch/40), gab mir dies neue Anregungen, die DTV-Atlanten unter diesem eher künstlerischen Gesichtspunkt zu lesen und zu sehen. Etwas, was bei rein digitaler Welt für meinen Geschmack zu kurz kommt. Auch der DTV- Atlas Recht mit seinen zwei Bänden ist immer noch ein schöner Ansatz, sich nicht so bekannte Rechtsgebiete schnell (für einen visuell geprägten Menschen wie mich) zu erschließen. Oder anders zu sehen.

   Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Neueste Beiträge

Zurück zur Homepage von Prof. Röhl