Ästhetisierung des Rechts durch Bilder

Eben kommt das Heft 4/2009 der DGS-Zeitschrift Soziologie. Dort wird eine Tagung der Sektion Kultursoziologie angekündigt, die unter dem Titel »Ästhetisierung des Sozialen in Geschichte und Gegenwart am Beispiel visueller Kulturen« am 6. und 7. 11 in Hannover stattfinden soll. Das Programm steht auch im Internet. Es enthält keine rechtsspezifischen Themen, bestätigt aber die Relevanz meines kleinen Beitrags über die »Ästhetisierung der Information«. Dazu hier noch ein kleiner Nachtrag.
Als Beispiel für die Ästhetisierung eines juristischen Textes hatte ich einen Aufsatz von Roman Herzog und Lüder Gerken mit dem Titel »Stoppt den europäischen Gerichtshof« in der FAZ vom 8. 9. 2008 angeführt, weil dieser Text mit einem Bild von Josef Albers (Variant, 1947-1952) dekoriert war. Seither hat es in der »heimlichen Juristenzeitung« drei weitere ganzseitige Artikel zur Thematik des Lissabon-Vertrags gegeben. Der erste – eine Polemik gegen Herzog/Gerken und das BVerfG stammte wohl von dem früheren Generalanwalt beim EUGH Carl-Otto Lenz, der zweite – eine abgewogene Darstellung der Lissabon-Problematik – nach meiner Erinnerung von Matthias Herdegen. Leider habe ich diese beiden Seiten nicht aufbewahrt. Aber ich habe noch vor Augen, dass sie beide wiederum mit einem Bild von Josef Albers geschmückt waren. Daran wurde ich jetzt durch einen vierten Artikel (Paul Kirchhof, Faszination Europa) zum Europa-Thema erinnert, der am 19. 9. 2009 in der FAZ erschien. Er zeigte im Zentrum wieder ein Bild von Josef Albers (Mexikanisch – Variante –, 1947). Die Albers-Bilder bilden also die ästhetisierende oder ästhetische Klammer der FAZ um das Europa-Thema.
Nachtrag: Diesen Eintrag habe ich fortgeführt in »Recht Anschaulich« mit einem Eintrag über die »Ästhetisierung der Information« vom 3. März 2011.

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